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Persönlich

Vom Terminal an den Apéro. Mit Nicht-ITlern reden liegt an uns, nicht an ihnen.

Man kommt aus der Werkstatt, jemand fragt „Was machst du eigentlich?“, und man hat keine Antwort, die in einen Satz passt. Ich habe jahrelang gebaut und wenig erzählt. Dass Techies mit normalen Menschen nicht mehr reden können, liegt nicht an den Menschen. Es liegt an uns.

Jetzt mal ganz ehrlich: Voll Tech, und dann steht man wieder unter Menschen. Man kommt aus der Werkstatt, steht auf einem Apéro oder einer Konferenz, und jemand fragt: „Und, was machst du eigentlich?“ Und man merkt, dass man keine Antwort hat, die in einen Satz passt. Ich war lange nicht sozial unterwegs. Ich war im Maschinenraum.

Im Maschinenraum

Die letzten Jahre bestanden aus Bauen. Modelle trainieren, Agenten aufsetzen, Systeme bei Kunden zum Laufen bringen, ein Unternehmen in Zürich, eines in Dubai. Wenn man das ernsthaft macht, bleibt wenig Zeit für alles andere. Und ehrlich gesagt war mir das recht.

Im Maschinenraum ist es klar. Etwas funktioniert oder es funktioniert nicht. Ein Modell ist besser geworden oder nicht. Man muss niemanden überzeugen, man muss nur messen.

Draussen ist es anders. Draussen muss man erklären. Und erklären ist eine andere Fähigkeit als bauen.

Was man dabei verlernt

Ich habe gemerkt, dass ich das Erzählen verlernt hatte. Nicht das Reden. Reden konnte ich immer. Aber das Erzählen, so dass jemand, der nicht dabei war, versteht, worum es geht.

Wenn ich einem Kollegen sage „die QS darf nicht der Agent selbst sein", nickt er. Wenn ich das jemandem sage, der nicht mit Agenten arbeitet, schaut er mich an und wartet auf den Rest. Und der Rest ist eine Geschichte. Wie es angefangen hat, was schiefging, was wir daraus gemacht haben.

Bauen ist Wissen. Erzählen ist Wissen, das jemand anderes brauchen kann. Das zweite ist schwerer, und ich hatte es lange nicht geübt.

Warum ich es trotzdem mache

Weil das, was wir gelernt haben, sonst bei uns bleibt.

Fakt ist: Wir haben in den letzten Jahren viele Fehler gemacht, die andere gerade erst machen. Agenten, die sich selbst abnehmen. Modelle, denen man zu viel geglaubt hat. Kosten, die niemand gerechnet hat. Teams, die ein Tool bekommen haben und keine Regeln. Das alles steht nirgends, ausser in unseren Köpfen und in ein paar internen Dokumenten.

Und ich sehe, wie Unternehmen jetzt dieselben Wege gehen. Nicht, weil sie dumm sind. Sondern weil niemand erzählt hat, wo die Löcher sind.

Das ist der Grund für diesen Blog. Nicht Sichtbarkeit, auch wenn die mitkommt. Sondern das Gefühl, dass man etwas weiss, das gerade jemand brauchen könnte.

Was schwer ist

Schwer ist die Frage „Was machst du eigentlich?“. Wenn ich sage, wir bauen KI-Systeme, ist das Gespräch vorbei, weil das jeder sagt. Wenn ich sage, wir trainieren fünfzig kleine Modelle und lassen Agenten gegen Contracts arbeiten, ist es auch vorbei, weil das niemand versteht. Die Antwort dazwischen, die einen Satz lang ist und stimmt, die hatte ich nicht. Ich habe sie mir erst in den letzten Monaten erarbeitet.

Schwer ist auch, Zeit dafür zu finden. Ein Artikel wie dieser kostet mich einen halben Tag, den ich sonst mit einem Kunden oder einem Modell verbracht hätte. Am Anfang habe ich das als Verlust gerechnet.

Schwer ist, sich zu zeigen. Wenn ich schreibe, dass wir am Anfang den Modellen zu viel geglaubt haben, dann steht das da. Mit meinem Namen. Im Maschinenraum sieht das niemand. Hier schon.

Und schwer ist, wieder in Gesprächen zu sein, die kein Ziel haben. Konferenzen, Abendessen, Leute, die man lange nicht gesehen hat. Ich habe gemerkt, dass ich ungeduldig geworden bin. Dass ich in jedem Gespräch nach dem Punkt suche, an dem etwas gebaut werden könnte. Das muss ich wieder ablegen.

Was ich gerade lerne

Dass Erzählen nicht Selbstdarstellung ist, wenn man es richtig macht. Es ist eher wie Dokumentation, nur für Menschen.

Dass die Leute, die am meisten zurückgeben, oft die sind, die man auf einer Konferenz zufällig trifft. Nicht die, mit denen man einen Termin hatte.

Und dass die Zeit, die ich hier reinstecke, nicht vom Bauen abgeht. Sie kommt zurück, als bessere Fragen von Leuten, die gelesen haben, was wir gelernt haben.

Was bleibt

Wenn ein Techie mit einem Nicht-ITler nicht mehr reden kann, ist das kein Problem des Nicht-ITlers. Es ist unseres. Ich bin noch nicht gut darin. Aber ich mache es. Und wenn du mich irgendwo triffst und ich zu schnell zum Punkt komme: Sag es mir. Ich übe noch.

Wie dieser Text entstanden ist

Geschrieben von mir. Die Gedanken, die Werte, die Learnings, die Fehler: alles meins. Grammatik und Rechtschreibung korrigiert unser eigenes Twin-Modell, das auf meinen Texten trainiert ist. Manchmal bleibt ein Hüpfer drin. Das ist dann auch von mir.

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