Jetzt mal ganz ehrlich: Ich habe lange nur gebaut. Schreiben wirkte nach Zeit, die ich nicht hatte, und nach Meinung, die ich niemandem schulde. Das hat sich geändert. Nicht, weil ich plötzlich Lust auf LinkedIn habe. Sondern weil ich gemerkt habe, dass ich seit Jahren aufschreibe, was ich lerne, und es dann in der Schublade liegt, wo es niemandem nützt. Und weil gerade etwas passiert, bei dem diese Erfahrung jemandem nützen könnte.
Ich habe lange nur gebaut
Wer diesen Blog von hinten liest, sieht, was ich meine. Ein Kühlschrank, der wusste, was drin ist. Ein Modell, das 2020 Pflanzen im Garten erkannt hat. Eine App, die Räume scannt, mit einem Tracking, das wir selber geschrieben haben. Ein Museum im Browser. Ein Katapult-Spiel, bei dem wir ein Jahr lang jeden Winkel gerechnet haben. Dazu Banken, Telekom-Anbieter, Bestellprozesse, fünfzig Micro-Modelle, Agenten, die nie selbst abnehmen. Und seit ein paar Jahren: Teams und Firmen, die ich in die Welt bringe, in der man mit KI baut.
Das alles war Werkstatt. Machen, scheitern, nochmal machen, ausliefern. Ich habe nie darüber geschrieben. Ich fand, wer baut, muss nicht reden. Und ich fand, dass die, die viel reden, meistens wenig gebaut haben.
Das zweite finde ich immer noch. Das erste war falsch.
Das Tagebuch
Denn geschrieben habe ich trotzdem. Nur nicht für andere. Seit Jahren führe ich ein Tagebuch. Nicht das, was man sich darunter vorstellt, keine Gefühle, kein Wetter. Sondern Sätze, die im Call entstanden sind, am Whiteboard, nach einem Fehler um 23 Uhr. Was ein Kunde gesagt hat, bevor ein Projekt gekippt ist. Warum ein Modell nicht funktioniert hat, obwohl die Zahlen gut waren. Wie ein Team reagiert hat, als der erste Agent Code geschrieben hat. Wie ein Budget zustande kam, das niemand verstanden hat.
Ich habe viel zusammengetragen. Mehr, als ich dachte, als ich letztes Jahr angefangen habe, es zu sortieren. Und beim Sortieren ist mir etwas aufgefallen: Die meisten Sätze sind nicht über Technik. Sie sind über Entscheidungen. Wann man anfängt. Was man zuerst umbaut. Wen man ins Boot holt. Was man einem Team sagt, bevor es Angst bekommt. Und fast alle diese Sätze hätte ich zehn Jahre früher brauchen können, von jemandem, der es schon gemacht hat.
Das Unausweichliche
Und hier kommt der eigentliche Grund, warum ich jetzt schreibe.
Fakt ist: KI kommt in fast alle Unternehmen. Nicht als Chatbot auf der Website, sondern dort, wo es weh tut und wo es sich lohnt: in den Prozessen und in der Entwicklung. Bestellungen, die ein Agent prüft, bevor ein Mensch sie sieht. Code, der zu einem grossen Teil nicht mehr von Hand geschrieben wird. Dokumente, die gelesen und sortiert werden, ohne dass jemand sie öffnet. Ich halte das für unausweichlich. Nicht, weil ich es mir wünsche, sondern weil ich es seit zwei Jahren in jedem Projekt sehe, bei Banken, bei Telcos, bei Zwanzig-Mann-Firmen.
Und ich sehe noch etwas: Die meisten sind nicht vorbereitet. Nicht, weil sie dumm wären. Sondern weil niemand ihnen gesagt hat, was das konkret heisst. Dass die Daten sauber sein müssen, bevor ein Modell etwas damit anfangen kann. Dass ein Team, das einen Agenten bekommt, andere Regeln braucht als ein Team, das keinen hat. Dass man klein anfängt, mit einem Prozess, nicht mit einer Strategie. Und dass der Unterschied zwischen Firmen, die das gut überstehen, und denen, die es nicht gut überstehen, nicht die Technik ist. Es ist die Vorbereitung.
Der Business Angle aus der Werkstatt
Was ich anbiete, ist ein Blickwinkel. Ein Business Angle, wenn man es so nennen will, und zwar einer, der aus der Werkstatt kommt.
Die meisten, die Firmen bei KI helfen, kommen von einer Seite. Von der Beratung, dann gibt es Folien, eine Strategie, ein Zielbild, und niemanden, der weiss, ob das Ding überhaupt so gebaut werden kann. Von der Technik, dann gibt es ein Modell, das funktioniert, und niemanden, der weiss, wie es in einen Prozess kommt, den zwanzig Leute seit zehn Jahren so machen. Jeder Seite fehlt die andere.
Ich habe beide gemacht. Ich komme aus der Werkstatt: Ich habe Modelle gebaut, Tracking geschrieben, Agenten aufgesetzt, Code, der heute noch auf Steam läuft. Und ich führe seit dreissig Jahren eigene Unternehmen, in der Schweiz und in Dubai. Ich habe Löhne bezahlt, Kunden verloren, Kunden gewonnen, Teams durch Umstellungen geführt, die niemand wollte. Ich weiss, wie ein Modell konvertiert wird, und ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn ein Team nach einer Umstellung zwei Monate langsamer ist, bevor es schneller wird.
Wem ich helfen will
Menschen und Unternehmen, die mit ihrer Erfahrung weiterkommen wollen, Richtung dem Unausweichlichen. Das klingt gross. Konkret sind es drei Gruppen.
Firmen, die wissen, dass es kommt, und nicht wissen, wo anfangen. Zwanzig bis zweihundert Leute, ein Kerngeschäft, das funktioniert, und die Frage: Wo fangen wir an, ohne alles kaputt zu machen? Da helfe ich am meisten, weil das genau die Frage ist, die ich mit meinen eigenen Firmen beantworten musste.
Teams, die einen Agenten bekommen haben und nicht wissen, was jetzt. Entwickler, die plötzlich prüfen statt schreiben. Ein Lead, der nicht weiss, wie er das Team führt, wenn die Hälfte des Codes nicht mehr von Hand kommt. Das habe ich gemacht, mehrfach, und es geht, wenn man ein paar Dinge vorher klärt.
Menschen mit einer Idee, vor der Umsetzung. Gründer, Entwickler mit einem Wochenende, jemand aus einer ganz anderen Branche, der etwas gesehen hat. Bevor gebaut wird, wenn man noch entscheiden kann, was zuerst kommt. Da ist ein Satz aus Erfahrung am meisten wert.
Was allen drei fehlt, ist nicht Motivation und meistens auch nicht Geld. Es ist jemand, der sagt: Das habe ich gemacht, so ist es ausgegangen, und das würde ich heute anders machen. Nicht als Vortrag. Als Gespräch, am Tisch, mit dem eigenen Ding vor sich.
Was ich anbieten kann, und was nicht
Vorbereitung, nicht Strategie. Ich schaue mit dir an, wo deine Daten liegen, welcher Prozess sich zuerst lohnt, was dein Team braucht, bevor der erste Agent kommt. Das ist keine Folie. Das ist ein Nachmittag am Tisch und danach eine Liste, die man abarbeiten kann.
Werkstatt-Blick. Ob man ein eigenes Modell braucht oder ob ein bestehendes reicht. Ob die Daten sauber genug sind. Ob das, was auf der Folie steht, überhaupt so gebaut werden kann. Die Fragen, die ich hundertmal falsch beantwortet habe, bevor ich sie richtig beantwortet habe.
Unternehmer-Blick. Wie man ein Team durch eine Umstellung führt, die es nicht wollte. Wie man ein Budget erklärt, das niemand versteht. Wann man klein bleibt und wann man wächst. Was in der Schweiz anders läuft als in Dubai. Auch das habe ich oft genug falsch gemacht.
Was ich nicht bin. Kein Fonds. Kein Berater mit Zielbild und Stundensatz. Kein Netzwerk-Mensch, der Türen öffnet und dann weg ist. Ich bin einer, der sich hinsetzt, das Ding anschaut, und sagt, was er sieht. Aus der Werkstatt, mit dreissig Jahren Firma im Rücken.
Wie dieser Blog funktioniert
Dieser Blog ist kein Content-Plan. Es ist das Tagebuch, das ich sowieso führe, nur dass andere jetzt mitlesen dürfen. Unfertig, konkret, ohne Hochglanz. Die Projekte von früher, ehrlich erzählt, mit dem, was ich heute anders machen würde. Die Sachen von jetzt, KI, Agenten, Teams, Dubai, Zürich, so wie sie gerade passieren. Und dazwischen die Sätze, die im Call entstanden sind und die jemand brauchen könnte, der gerade vor seiner Umstellung steht.
Und weil die Frage sowieso kommt: Ja, hier hilft ein Modell mit. Unser eigenes, ein Twin-Modell, trainiert auf meinen Texten. Es korrigiert Grammatik und Rechtschreibung, mehr nicht. Die Gedanken, die Werte, die Learnings, die Fehler, die Projekte, die schiefgegangen sind: Das ist alles von mir. Kein Modell hat SKIMO gebaut, ein Jahr lang Katapulte gerechnet oder im Februar in Dubai gesessen. Manchmal bleibt ein Hüpfer im Text. Dann ist der auch von mir. Ich schreibe das unter jeden Artikel, damit es klar ist, bevor jemand fragt.
Wer nur postet, ohne gebaut zu haben, hat nichts zu sagen. Wer nur baut, ohne zu schreiben, erklärt sich selbst nicht, und hilft niemandem, der nach ihm kommt. Ich versuche jetzt beides. Unregelmässig. Aber ehrlich.
Ich habe lange nur gebaut und für mich aufgeschrieben. Jetzt schreibe ich für die, die vorbereitet sein wollen, wenn KI in ihre Prozesse und ihre Entwicklung kommt. Denn sie kommt. Aus der Werkstatt, mit dreissig Jahren eigener Firma, ohne Folien. Wenn du weiterkommen willst und wissen willst, wie so etwas ausgeht: Schreib mir. Das ist der Grund für diesen Blog.
Geschrieben von mir. Die Gedanken, die Werte, die Learnings, die Fehler: alles meins. Grammatik und Rechtschreibung korrigiert unser eigenes Twin-Modell, das auf meinen Texten trainiert ist. Manchmal bleibt ein Hüpfer drin. Das ist dann auch von mir.